INHALT
Inszenierte Porträts für UTEK: Corporate Lifestyle vor Ort in Wuppertal
Die Alte Weberei in Wuppertal ist schon ein sehr beeindruckendes Gebäude. Am Ende einer Sackgasse gelegen blickt man direkt auf das Wahrzeichen der Stadt: die Schwebebahn. Für das Ingenieurbüro UTEK, das ich seit Jahren aus dem Union Gewerbehof in Dortmund kenne, weil wir dort quasi Nachbarn sind, war ich fast einen kompletten Tag in der Zweigstelle Wuppertal unterwegs. Nicht für die gewohnten Studio-Portraits, die ich für UTEK seit Jahren vor weißem Hintergrund fotografiere, sondern für etwas ganz anderes: inszenierte Corporate-Lifestyle-Aufnahmen mitten im echten Arbeitsalltag. Ein ähnliches Shooting habe ich bereits vor ein paar Jahren für die Dortmunder Stelle fotografiert, nun war es an der Zeit an der Wupper für neue, frische Aufnahmen aus dem Unternehmensalltag zu sorgen.
Zwei Bildwelten für ein Unternehmen
Der Studio-Klassiker bleibt bei UTEK bestehen, jedes neue Teammitglied bekommt weiterhin sein Einzelportrait vor neutralem Hintergrund in Dortmund. Für die Wuppertaler Zweigstelle sollte aber etwas dazukommen, das der Studio-Stil naturgemäß nicht leisten kann: zeigen, wo und wie bei UTEK tatsächlich gearbeitet wird. Das Loftgebäude an der Bärenstraße ist dafür ein Glücksfall, hohe Decken, viel Tageslicht, eine Architektur, die selbst schon nach Aufbruch aussieht. Genau diese Kombination aus Menschen und Ort ist der Kern von Corporate Lifestyle Fotografie, wie ich sie verstehe: nicht die leere Location dokumentieren, sondern sie durch die Menschen darin lebendig zeigen.
Ein Tag, viele Szenen: von der Teambesprechung bis zur Pause mit Schwebebahn-Blick
Mit rund fünfzehn Mitarbeitenden sind wir an diesem Tag durch verschiedene Situationen gegangen, die den Arbeitsalltag bei UTEK tatsächlich ausmachen: eine Teambesprechung am großen Tisch, ein Vieraugengespräch in der kleineren Besprechungsecke, konzentrierte Einzelarbeit am eigenen Schreibtisch, und eine kurze Pause auf der Terasse des Gebäudes, bei der die Schwebebahn im Hintergrund vorbeifährt. Diese Außenszene war mir wichtig, weil sie sofort verortet, wo das Bild entstanden ist, ohne dass ein Bildunterschrift das erst erklären müsste. Ich hatte vorher eine grobe Reihenfolge der Szenen im Kopf, damit an einem Tag mit fünfzehn Personen die Zeit reicht, bin aber bewusst nicht sklavisch daran hängen geblieben. Wenn sich vor Ort ein besseres Licht oder eine bessere Konstellation ergeben hat, haben wir umdisponiert statt stur am Plan festzuhalten.
Mit vor Ort war Johannes Bee von der Agentur Debüser & Bee Werbeagentur GmbH, der ebenfalls maßgeblich für die Umsetzung vor Ort verantwortlich gewesen ist und bestimmte Motive im Kopf gehabt hat, die er für seinen Kunden umgesetzt sehen wollte.
Licht mitbringen, wo das Loft es braucht
So schön das viele Tageslicht im Gebäude ist, in manchen Ecken reicht es nicht, gerade dort, wo die großen Fenster weiter weg sind oder eine Wand den Lichteinfall blockiert. Für solche Stellen habe ich eigenes, mitgeführtes Licht dazugenommen und es an das vorhandene Tageslicht angeglichen, sodass keine der Aufnahmen wie ein Fremdkörper zwischen den anderen wirkt. Meine Assistenz hat mir dabei geholfen, das Licht von Szene zu Szene mitzuführen, ohne dass zwischen den einzelnen Situationen lange Umbaupausen entstanden sind.
Warum niemand im Bild bevorzugt oder benachteiligt wirken sollte
Bei einem Gruppen- und Szenenshooting mit fünfzehn Personen achte ich bewusst darauf, dass sich am Ende niemand übersehen oder überbetont fühlt. Wer heute in der Teambesprechung im Vordergrund steht, steht in einer anderen Szene eher im Hintergrund oder bekommt an anderer Stelle ein eigenes, gleichwertiges Bild. Das entscheidet sich nicht am Schreibtisch vorab, sondern direkt vor Ort, je nachdem, wie die Menschen in einer Situation natürlich zueinander stehen. In der Retusche wird anschließend dezent nachgeholfen, ein Kabel aus dem Bildausschnitt entfernt, ein Schreibtisch etwas aufgeräumt, aber nie so weit, dass die Räume oder Menschen anders wirken, als sie es im echten Arbeitsalltag tun. Genau das ist mir wichtig: Wer UTEK zum ersten Mal besucht, sollte das Unternehmen genauso erleben, wie ich es fotografiert habe.
Aus dem Tag in Wuppertal ist am Ende ein Bilderpool von zwanzig bis dreißig fertig bearbeiteten Aufnahmen entstanden, den UTEK vollständig und mit uneingeschränkten Nutzungsrechten für alle Kanäle einsetzen kann. Mehr über meine Arbeit als Fotograf für Unternehmen im Ruhrgebiet und im Bergischen Land zeigt meine Über-mich-Seite.
FAQ
FOTOGRAFIE
Nach Projekten wie diesem für UTEK in Wuppertal werde ich oft gefragt, was inszenierte Corporate-Lifestyle-Porträts von klassischen Studio-Portraits unterscheidet, wie ich einen Tag mit mehreren Personen plane, ohne dass die Bilder gestellt wirken, und wie eine inszenierte Szene am Ende trotzdem echt bleibt. Die Fragen kommen meist von Unternehmen, die neben ihren bestehenden Mitarbeiterportraits eine zweite, lebendigere Bildwelt für Webseite, Karriereseite und Social Media aufbauen wollen. Deshalb beantworte ich dir hier die Fragen, die dazu am häufigsten gestellt werden.
Wie unterscheidet sich dieses Shooting von den bisherigen Studio-Portraits für UTEK?
Für die inszenierten Wuppertal-Aufnahmen habe ich an einem Tag mit rund fünfzehn Mitarbeitenden vier unterschiedliche Szenentypen fotografiert, Teambesprechung, Einzelarbeit, Zweiergespräch und eine Außenszene. Die Studio-Portraits vor weißem Hintergrund entstehen dagegen seit Jahren bei mir in Dortmund, in einem einzigen, gleichbleibenden Stil. Beide Bildwelten ergänzen sich, die eine zeigt die Person, die andere den Arbeitsalltag und die Location.
Wie planst du einen Tag mit mehreren Personen und mehreren Szenen, ohne dass am Ende alles gestellt wirkt?
Für die rund sechs Stunden mit fünfzehn Mitarbeitenden bei UTEK hatte ich vorher eine grobe Reihenfolge der vier Szenentypen im Kopf, damit die Zeit an einem Tag realistisch reicht. An diesem Ablauf halte ich mich aber nicht sklavisch fest, ergibt sich vor Ort ein besseres Licht oder eine bessere Konstellation zwischen zwei Kolleginnen, disponiere ich um, statt stur am Plan festzuhalten. Diese Mischung aus Vorbereitung und Spontaneität sorgt dafür, dass die Szenen nachgespielt und nicht nachgestellt wirken.
Wie sorgst du dafür, dass eine besondere Location wie ein modernes Loftgebäude authentisch im Bild wirkt?
Im Loftgebäude an der Bärenstraße in Wuppertal reicht das vorhandene Tageslicht für die meisten der vier Szenentypen aus, hohe Decken, Sichtbeton und große Fenster sorgen von sich aus für eine starke Bildsprache. Nur in einzelnen Ecken, in denen das Licht nicht hinreicht, ergänze ich mit eigenem, mitgeführtem Licht, das ich an das Tageslicht angleiche, damit kein Bruch zwischen den Aufnahmen entsteht. Gleiches mache ich auch, wenn durch das Oberlicht nahezu senkrechtes Licht auf die Testimonials fällt und für fiese Schatten unter den Augen sorgt. Die perfekte Lichtbalance spielt für mich und meine Bildsprache eine entscheidende Rolle.
Zudem achte ich drauf, das so eine schöne Büro-Location zum heimlichen Helden der Inszenierung wird, indem ich die Location geschickt und aus vielen Perspektiven (Innen- wie Außenaufnahmen) in die Bilder integriere.
Wie stellst du sicher, dass bei einem Gruppenshooting kein Mitarbeiter benachteiligt oder bevorzugt wirkt?
Bei fünfzehn Personen entscheide ich direkt vor Ort, wer in welcher Szene im Vordergrund steht, damit sich diese Rolle über den Tag verteilt und niemand durchgehend im Hintergrund bleibt. Wer in einer Situation weniger im Fokus steht, bekommt an anderer Stelle ein eigenes, gleichwertiges Bild, sodass am Ende alle Mitarbeitenden ähnlich stark im fertigen Bilderpool vertreten sind. Natürlich akzeptiere ich hier genau wie meine Kunden, wenn jemand nicht im Fokus stehen möchte – hier wird niemand vor die Kamera geschleift, das ist mir ein besonderes Anliegen!
Wie bleibt eine inszenierte Szene trotzdem authentisch und wirkt nicht wie ein gestelltes Werbefoto?
Bei den vier Szenentypen in Wuppertal habe ich nur wenig nachgeholfen, ein Kabel aus dem Bildausschnitt entfernt, ein Schreibtisch etwas aufgeräumt, mehr nicht. Die Räume und die fünfzehn Mitarbeitenden sollen in der Bearbeitung genauso aussehen wie im echten Arbeitsalltag, damit jemand, der UTEK zum ersten Mal besucht, das Unternehmen genauso erlebt, wie ich es fotografiert habe. Diese Zurückhaltung in der Retusche unterscheidet inszenierte Corporate-Lifestyle-Aufnahmen von klassischen, komplett gestellten Werbefotos.







