INHALT
Werbefotografie für die EDG: Wenn Saubermänner wie Fußballstars aussehen
Harte Schatten, eine leicht untersichtige Perspektive, gekreuzte Arme. Nicht auf dem Spielfeld, sondern im Studio — und statt Trikots tragen die Protagonisten Arbeitskleidung der EDG Dortmund. Das war die Grundidee hinter einer Recruiting-Kampagne, die ich zusammen mit der EDG umgesetzt habe — und die mich bis heute zu meinen liebsten Projekten der letzten Jahre zählt.
Mitarbeiter als Markenbotschafter — die Idee hinter der Kampagne
Die Ausgangsfrage war simpel: Wie macht man einen Job attraktiv, den viele Menschen kaum wahrnehmen? Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EDG halten Dortmund sauber. Jeden Tag, in jedem Wetter, oft unsichtbar. Die Kampagne sollte das sichtbar machen — und zwar so, dass Bewerber sich angesprochen fühlen.Die Lösung war eine fotografische Sprache aus dem Sport. Hartes, gerichtetes Licht, das Kanten und Konturen betont. Leicht untersichtige Perspektive, die Stärke ausstrahlt. Posen, wie man sie von Fußballern auf Bundesliga-Starterseiten kennt — gekreuzte Arme, direkter Blickkontakt, der Kamera zugewandt, als würde man jeden Moment loslegen. Den Einfall mit den gekreuzten Armen brachte tatsächlich der Kunde mit, und er hat das Motiv für mich sehr stark gemacht.Die Shootings entstanden on location im Studio in Dortmund. Kein aufwendiges Set-Design, keine Requisiten — die Wirkung kommt ausschließlich über Licht und Pose.
Wie hartes Licht Persönlichkeit zeigt
Weiches Licht schmeichelt. Hartes Licht erzählt. Für diese Kampagne habe ich mit einem einzelnen harten Spot und gezielter Abschwächung auf der Schattenseite gearbeitet — genug Zeichnung in den Tiefen, damit die Gesichter lesbar bleiben, aber klar genug konturiert, um den Sportstars-Look zu erzeugen.Die leicht untersichtige Kameraposition, auf Brusthöhe statt auf Augenhöhe, verstärkt den Eindruck von Stärke und Präsenz. Das klingt nach kleiner Entscheidung, macht im fertigen Bild aber den Unterschied. Fotografiert habe ich mit einer Festbrennweite, nah genug für echte Präsenz, ohne Verzeichnung in den Gesichtern.Was mich an diesem Projekt besonders gereizt hat: Es war keine Aufgabe für glatte, austauschbare Portraits. Jeder der fotografierten Mitarbeiter bringt eine andere Persönlichkeit mit — und die durfte raus. Dafür braucht man Zeit am Set. Nicht viel, aber genug, um den ersten Reflex der Kamera-Unsicherheit abklingen zu lassen.
Vom Studio auf die Reinigungsfahrzeuge
Die fertigen Bilder wurden auf mehreren Kanälen ausgespielt: auf der Website der EDG, in Social Media und — das ist der Teil, den ich bis heute reizvoll finde — direkt auf den Reinigungsfahrzeugen des Unternehmens. Großformatig, stadtbildprägend, nicht zu übersehen.Das ist → Employer Branding Fotografie in einem der direktesten Sinne: Die eigenen Mitarbeiter werden zum Gesicht des Unternehmens, im wahrsten Sinne sichtbar auf Dortmunds Straßen.Aus diesem Projekt ist eine längere Zusammenarbeit mit der EDG und der DOGA entstanden. Kleinere und größere Shootings folgten — Portraits, Reportagen, Content für interne Kommunikation. So arbeite ich gerne: nicht als Dienstleister für ein einzelnes Briefing, sondern als jemand, der einen Betrieb im Laufe der Zeit wirklich kennenlernt.Wenn Du für Dein Unternehmen eine ähnliche Kampagne planst — ob Recruiting, Employer Branding oder Werbefotografie im Ruhrgebiet — sprich mich gern an.
FAQ
FOTOGRAFIE
Die EDG-Kampagne ist eines der Projekte, nach denen mich Kunden am häufigsten fragen — meistens dann, wenn sie selbst etwas Ähnliches planen. Wie inszeniert man Mitarbeiter so, dass es nicht aufgesetzt wirkt? Was macht diesen Licht-Look aus? Und wie wird aus einem einzelnen Shooting eine längere Zusammenarbeit? Diese Fragen beantworte ich hier auf Basis meiner Erfahrung aus diesem und vergleichbaren Projekten im Ruhrgebiet.
Warum wirken die Portraits nicht aufgesetzt, obwohl sie stark inszeniert sind?
Weil die Inszenierung über Licht und Perspektive funktioniert, nicht über gespielte Mimik. Hartes Licht, leicht untersichtige Kameraposition, klare Pose — das erzeugt den Sportstars-Look. Der Mitarbeiter muss keine Rolle spielen, er muss nur er selbst sein. Damit das klappt, plane ich immer ein bisschen Anlaufzeit ein, bevor das erste Bild entsteht. Die meisten Menschen brauchen zwei, drei Minuten, bis die Kamera-Unsicherheit abklingt.
Was hat die gekreuzten Arme zur Kampagne beigetragen?
Die Idee kam vom Kunden — und sie war gut. Gekreuzte Arme signalisieren Stärke und Selbstsicherheit, ohne aggressiv zu wirken. In Kombination mit der untersichtigen Perspektive entsteht genau das, was eine Recruiting-Kampagne braucht: ein Bild, das Respekt und Identifikation erzeugt. Ich hätte es wahrscheinlich ähnlich vorgeschlagen, aber manchmal kommt der stärkste Einfall von der anderen Seite des Briefings.
Wie unterscheidet sich Recruiting-Fotografie von klassischen Mitarbeiterportraits?
Klassische Mitarbeiterportraits zeigen, wer jemand ist. Recruiting-Fotografie soll Lust machen, dazuzugehören. Das ist ein anderes Ziel und erfordert eine bewusstere Bildsprache. Licht, Pose und Perspektive werden zum Mittel, nicht zum Beiwerk. Bei der EDG-Kampagne war die Frage: Wie machen wir einen Job attraktiv, den viele Menschen kaum wahrnehmen? Die Antwort war eine Bildsprache aus dem Sport — konsequent durchgezogen über alle Motive.
Wurden die Bilder von Anfang an für verschiedene Formate geplant?
Ja. Social Media, Website und Fahrzeugbeklebung haben unterschiedliche Anforderungen an Format und Framing. Das plant man am Set, nicht in der Nachbearbeitung. Bei Großformaten auf Reinigungsfahrzeugen muss die Komposition auch auf Distanz funktionieren und die technische Qualität entsprechend hoch sein. Wer das erst beim Zuschneiden merkt, hat ein Problem.
Wie ist aus diesem Projekt eine längere Zusammenarbeit mit der EDG und der DOGA entstanden?
Das erste Shooting hat funktioniert — und danach merkten beide Seiten, dass es einfacher ist, weiterzumachen als neu anzufangen. Ein Fotograf, der einen Betrieb kennt, braucht keine Einarbeitung, kennt die Ansprechpartner und weiß, was in welchem Umfeld funktioniert. Das zahlt sich aus. Bei der EDG und der DOGA in Dortmund folgten über die Jahre immer wieder Projekte — von kleinen Portrait-Sessions bis zu größeren Kampagnen.







