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Eventfotografie 80 Jahre Hörzu: ein intimes Dinner im Business Club Hamburg
Der Anruf kam einige Wochen vor dem Termin. Ob ich Lust hätte, das Jubiläumsdinner der Hörzu zum 80. Geburtstag zu fotografieren — in Hamburg und in Düsseldorf. Ich hatte Lust. Für Düsseldorf gab es leider eine Terminkollision, so dass ich mich auf Hamburg konzentrierte. Was mich dort erwartete, war kein Kongress und keine Abendgala mit tausend Gästen, sondern etwas, das ich deutlich lieber fotografiere: ein kleines, intimes Dinner mit geladenen Gästen.
80 Jahre Hörzu — und ein Abend, der dazu passte
Die Hörzu erschien erstmals am 11. Dezember 1946, damals noch als schmale Rundfunkzeitschrift mit zwölf Seiten, gegründet von Axel Springer in der britischen Besatzungszone. Deutschland lag buchstäblich in Trümmern. Seit 2014 gehört die Hörzu zur Funke Mediengruppe — wie übrigens auch die Berliner Morgenpost, die meinen Bildern von diesem Abend später eine ganze Seite widmete.
Den 80. Geburtstag feierte die Redaktion im traditionsreichen Business Club Hamburg, einer Villa an der Elbchaussee. Als Gastgeber begrüßten Jochen Beckmann, Geschäftsführer FUNKE Medien National Brands, und Chefredakteur Christian Hellmann langjährige Freundinnen und Freunde sowie Partner der Marke. Julia Becker, Verlegerin und Aufsichtsratsvorsitzende der Funke Mediengruppe, brachte den Abend auf den Punkt: Die Hörzu sei sich selbst immer treu geblieben. Ihr Großvater Jakob Funke, der 1948 mit der WAZ seine erste Zeitung im Ruhrgebiet gründete, habe immer ein wenig neidisch auf das Hamburger Abendblatt und die Hörzu geschaut. Heute gehören beide zu Funke.
Unter den Gästen: der Schauspieler Christian Berkel mit seiner Frau Andrea Sawatzki, Moderator Jörg Pilawa, Filmproduzent Nico Hofmann und die Journalistin Linda Zervakis, die den Abend moderierte. Zervakis erzählte, dass sie als Jugendliche die Hörzu im Kiosk ihrer Eltern verkauft hatte — die Menschen seien nicht einfach nur gekommen, um eine Programmzeitschrift zu kaufen, sondern hätten diskutiert und ihr Wochenende geplant. Stellvertretende Chefredakteurin Christiane Flatken war ebenfalls dabei.
Festbrennweiten, offene Blende — und kein Blitz
Wer auf ein solches Dinner mit einem Blitz auftaucht, verändert den Abend. Nicht dramatisch, aber spürbar. Die Gäste fangen an, für die Kamera zu existieren statt füreinander. Zudem lenkt der Blitz auch immer wieder den Fokus der Gäste von der Veranstaltung. Das ist nicht, was ich will — und auch nicht, was der Auftraggeber will.
Ich habe deshalb ausschließlich mit vorhandenem Licht und fast nur mit Festbrennweiten gearbeitet. Festbrennweiten brauchen extrem wenig Licht — und ich liebe die Unschärfe und den Look, den eine fast vollständig geöffnete Blende mitbringt. Das Bokeh trennt die Person vom Raum, ohne ihn zu leugnen. Man sieht, dass jemand in einem warmen, belebten Raum steht — aber der Hintergrund gehört ihr, nicht dem Fotografen. Warmes Kunstlicht, 2700 bis 3000 Kelvin je nach Position im Raum. Das ist kein perfektes Licht. Aber es ist das ehrliche Licht dieses Abends — und das ist mehr wert als ein gleichmäßig ausgeleuchtetes Pressefoto.
Die meisten Bilder entstanden ungeplant. Ein Gespräch, das sich ergibt. Ein Lachen. Der Moment, in dem zwei Menschen, die sich kennen, sich wiedersehen. Das ist → PR-Fotografie, die funktioniert: nicht weil sie inszeniert ist, sondern weil sie zeigt, was wirklich passiert ist.
Die gestellten Momente — weil manche Fotos einfach gemacht werden müssen
Neben den Reportagebildern gab es einige wenige Situationen, die ich gezielt aufgebaut habe. Bei einem Dinner wie diesem gibt es Momente, in denen bestimmte Personen auf einem Bild zusammen sein sollen — Begrüßungsszenen mit den Gastgebern, offizielle Momente für die externe Kommunikation. Solche Fotos entstehen nicht von allein. Man muss sie kurz und ruhig organisieren, ohne den Abend zu unterbrechen.
Das Handwerk dabei ist weniger die Kameratechnik als das Timing. Man wartet auf den richtigen Augenblick, geht kurz hin, macht das Bild, und ist wieder weg. So werden beide Bedürfnisse erfüllt: die Atmosphäre bleibt, die Aufnahmen sind da.
Am nächsten Morgen online
Die Bilder lagen am Morgen nach dem Dinner bereit — für die Social-Media-Kanäle der Hörzu, für die Pressekommunikation, für die interne Nutzung. Das ist bei solchen Terminen keine Kür, sondern Pflicht. Ein Jubiläum, das zwei Tage nach dem Event noch keine Bilder hat, verschenkt Reichweite. Verschiedene Medien wie die Berliner Morgenpost und natürlich die Funke Medien nutzten meine Fotos noch am selben Tag für ihre Berichterstattung über den Abend.
Wer mich als → Eventfotografen bucht, bekommt deshalb keine Bilder irgendwann, sondern einen Zeitplan, der zum Verwendungszweck passt. Für Hamburg bedeutete das: Selektion und Nachbearbeitung in der Nacht, Export am Morgen.
Solche Aufträge — kleines Dinner, hochkarätige Gäste, knappes Zeitfenster — sind nicht für jeden. Wer ähnliche Events plant und einen Fotografen sucht, der sich in solche Umgebungen einfügt ohne sie zu dominieren, kann mich gerne direkt ansprechen. Ich arbeite von Dortmund aus, bin aber regelmäßig in Hamburg, Düsseldorf und Berlin unterwegs.
FAQ
FOTOGRAFIE
Rund um Eventfotografie und PR-Fotografie kommen mir bei Aufträgen wie dem Hörzu-Dinner in Hamburg immer wieder ähnliche Fragen unter. Manchmal vor dem Briefing, manchmal danach, wenn die Bilder da sind und Fragen zur Arbeitsweise auftauchen. Was bedeutet „nur vorhandenes Licht“ in der Praxis? Warum braucht ein Dinner wie dieses sowohl ungestellte als auch gestellte Bilder? Und wie funktioniert das mit der schnellen Lieferung? Ich beantworte dir hier die fünf Fragen, die mir in diesem Zusammenhang am häufigsten begegnen — aus dem, was ich bei Dinners, Produktpräsentationen und ähnlichen Events in Hamburg, Düsseldorf und Dortmund gelernt habe. Eventfotografie ist kein Glücksspiel. Es ist Vorbereitung, Ortskennntnis, Menschenlesen.
Was ist bei der Eventfotografie mit vorhandenem Licht zu beachten?
Vorhandenes Licht bedeutet keine Kontrolle über Farbtemperatur, Richtung oder Intensität. An einem intimen Abenddinner wie dem Hörzu-Jubilätumsevent in Hamburg arbeitest du meist mit warmem Kunstlicht, das je nach Location zwischen 2700 und 3500 Kelvin schwankt. Der entscheidende Faktor ist die Belichtungsstrategie: ISO hoch genug, um Verwacklungen zu vermeiden, Blende so offen wie nötig, um die Szenerie zu erfassen ohne einzelne Personen aus dem Kontext zu reißen
Wie unterscheidet sich Reportagefotografie von gestellter Eventfotografie?
Reportagebilder entstehen im Moment, ohne Eingriff: ein Lachen, ein Gespräch, ein Handschlag. Gestellte Bilder werden gezielt arrangiert, wenn bestimmte Personen gemeinsam auf einem Foto sein sollen, etwa bei Begrüßungssituationen mit den Gastgebern. Beim Hörzu-Dinner in Hamburg war eine Kombination aus beidem wichtig. Die ungestellten Bilder transportieren die Atmosphäre des Abends, die gestellten sichern die repräsentativen Motive für Presse und Social Media.
Warum müssen Eventfotos manchmal noch am selben Abend oder am nächsten Morgen bereitstehen?
Medien und Social-Media-Kanäle leben von Aktualität. Wer ein Jubiläum wie 80 Jahre Hörzu feiert, will die Bilder nicht Wochen später sehen, sondern am nächsten Morgen veröffentlichen. Das setzt einen Fotografen voraus, der bereits bei der Bildauswahl im Kopf hat, welche Motive für welchen Kanal geeignet sind, und der die Nachbearbeitung entsprechend priorisiert. Die Bilder des Hamburger Dinners lagen am nächsten Morgen bereit.
as macht einen Fotografen für Medien-Events wie ein Verlagsjubiläum geeignet?
Erfahrung im Umgang mit Gruppen, die nicht für die Kamera posieren wollen. An einem exklusiven Abenddessen mit Chefredaktion, TV-Prominenz und Verlagsleitung ist Unauffälligkeit ein echter Vorteil. Wer mit schweren Blitzen und großem Equipment aufläuft, verändert die Atmosphäre. Wer mit einer kleinen Kamera und vorhandenem Licht arbeitet, bleibt Teil des Abends ohne ihn zu stören. Das Ergebnis sind Bilder, die zeigen, wie der Abend wirklich war.
Fotografierst du als Eventfotograf auch außerhalb von Dortmund und dem Ruhrgebiet?
Ja. Ich arbeite regelmäßig in Hamburg, Berlin, Düsseldorf und bundesweit. Die Anfragen kommen oft über bestehende Kundenbeziehungen oder über Empfehlungen. Wer einen Eventfotografen für ein Dinner, eine Produktpräsentation oder ein Branchenevent sucht, kann mich direkt über das Kontaktformular auf mielek.com anfragen. Terminfenster und Aufwand kläre ich im ersten Gespräch.







