Fotograf bei Phoenix des Lumières: Shooting mit Models

Werbefotograf /// Kreativer /// Kind des Ruhrgebiets

INHALT

Fotograf bei Phoenix des Lumières: Model-Shooting in den Projektionen von Matisse und Frida Kahlo

Phoenixhalle, kurz nach Schließung, ein Abend im September. Die letzten Besucher sind gerade durch die Drehtür verschwunden, auf den bis zu dreizehn Meter hohen Wänden laufen die Projektionen weiter, Blau, Grün und Ocker wechseln im Takt der Musik. Mehr als fünf Models stehen mit mir und dem Marketingteam von Phoenix des Lumières allein in der ehemaligen Gasgebläsehalle des Hochofenwerks Phoenix West. Vier Stunden lang arbeite ich mich mit ihnen durch einzelne Projektionsbilder der neuen Shows Matisse: Symphonie der Farben und Frida Kahlo: Aus Leidenschaft.

Jedes Projektionsbild wird zu einer eigenen Bühne

Anders als bei einem klassischen Set gibt Phoenix des Lumières die Kulisse komplett vor, ich suche mir für jede Szene ein einzelnes Projektionsbild aus und überlege mit den Models, wie sie darin wirken sollen. Unter der riesigen blauen Matisse-Figur im Spiegelsaal setze ich zwei Models nebeneinander auf den Boden, ringsum vervielfacht sich das Motiv in den Spiegelwänden bis zur Unendlichkeit. Im grünen Gewächshausraum der Frida-Kahlo-Show, den das Haus selbst als Selfie Room ausweist, inszeniere ich dagegen ein Paar, das sich vor den gemalten Seerosen und Goldfischen zuwendet, Blicke, Berührung, ein Moment, der wie aus dem Bild heraus entstanden wirkt. Zwischen diesen nahen, emotionalen Aufnahmen stehen bewusst weite Gruppenbilder, in denen die Models über den gesamten Hallenboden verteilt zwischen den zylinderförmigen Projektionswänden stehen und die Dimension des Raums zeigen. Diese Bandbreite aus Nähe und Übersicht gehört für mich zur Eventfotografie für Kulturveranstaltungen genauso dazu wie für ein klassisches Firmenevent.

Belichten in einem Raum, der nur aus bewegtem Licht besteht

Die Halle ist bis auf die Projektionen komplett dunkel, jede Kamera-Einstellung richtet sich nach der Farbe der jeweiligen Szene statt nach einer festen Lichtquelle. Im blauen Spiegelsaal arbeite ich mit rund ISO 2500, Blende 2.5 und einer Belichtungszeit um 1/60 Sekunde bei 35 Millimeter, im grünen Kahlo-Raum verschiebt sich die nächste Aufnahme schon wieder Richtung ISO 3200, weil die Projektion dort dunkler und wärmer ausfällt. Den Weißabgleich stelle ich für jeden Raum einzeln von Hand ein, sonst kippen Hauttöne unter blauem oder grünem Licht schnell unangenehm ins Farbige. An einzelnen Stationen setzen wir zusätzlich ein eigenes Dauerlicht, das ich bewusst schwach genug halte, um die Stimmung der Projektion nicht zu überstrahlen, sondern nur die Gesichter der Models minimal aufzuhellen.

Direkt ins Marketing: Tethered-Shooting mitten in der Show

Weil das Team von Phoenix des Lumières noch am selben Abend entscheiden wollte, welche Inszenierungen funktionieren, fotografiere ich tethered direkt in den Laptop, jedes Bild erscheint Sekunden nach der Aufnahme groß auf dem Bildschirm neben der laufenden Projektion. So sehen alle vor Ort sofort, ob eine Pose, ein Bildausschnitt oder ein Moment zwischen zwei Models trägt, und wir justieren innerhalb einer Szene noch nach, statt es erst am nächsten Tag am Bildschirm festzustellen. Aus dem Abend sind am Ende unter fünfzig final bearbeitete Bilder hervorgegangen, weil die Auswahl größtenteils schon live in der Halle getroffen wurde, geliefert habe ich sie dem Marketingteam noch am folgenden Tag.

Von den mehr als fünf Models, die an diesem Abend durch die Matisse- und Kahlo-Projektionen gingen, bis zu den fertigen Bildern für das Marketing von Phoenix des Lumières: Wer eine Ausstellung oder Installation mit Models in Szene setzen will, sollte einen Fotografen einplanen, der sich auf die vorhandene Lichtsituation einlässt, statt ein eigenes Studio-Setup über die Location zu stülpen. Mehr über meine Arbeit als Werbefotograf für Unternehmen und Kulturveranstalter zeigt meine Über-mich-Seite.

FAQ

FOTOGRAFIE

Nach dem Abend bei Phoenix des Lumières werde ich häufig gefragt, wie ein Model-Shooting in einer fast vollständig dunklen Ausstellungshalle überhaupt funktioniert, und was den Unterschied zu einem klassischen Studio- oder Location-Shooting ausmacht. Die Fragen kommen meist von Kulturbetrieben, Museen und Eventveranstaltern, die selbst überlegen, ihre Ausstellung oder Installation mit Models in Szene setzen zu lassen, statt nur die leeren Räume zu dokumentieren. Deshalb beantworte ich dir hier die Fragen, die mir zu diesem Projekt am häufigsten gestellt werden, von der Technik im Dunkeln über die Arbeit mit mehreren Models bis zur Lieferung der Bilder ans Marketingteam. Ob du selbst eine immersive Ausstellung planst oder nur wissen willst, wie ein solcher Abend abläuft: Hier bekommst du konkrete Antworten aus dem aktuellen Projekt für Phoenix des Lumières in Dortmund.

Fotografierst du auch in Ausstellungen und Installationen, nicht nur im Studio oder bei klassischen Firmenevents?

Ja, neben Studio- und Unternehmensaufträgen fotografiere ich regelmäßig direkt in Ausstellungen und Installationen, zuletzt vier Stunden lang mit mehr als fünf Models für Phoenix des Lumières in Dortmund. Statt die leere Halle zu dokumentieren, habe ich Szenen aus den Shows Matisse: Symphonie der Farben und Frida Kahlo: Aus Leidenschaft mit Models inszeniert, von großen Gruppenbildern bis zu nahen, emotionalen Momenten. Der fotografische Anspruch bleibt dabei derselbe wie bei einem Unternehmensauftrag, nur die Lichtquelle ist eine völlig andere.

In einer fast vollständig dunklen Halle richtet sich jede Einstellung nach der Farbe der jeweiligen Szene, beim Shooting für Phoenix des Lumières lag ich meist bei ISO 2500 bis 3200, Blende 2.5 und einer Belichtungszeit um 1/60 Sekunde bei 35 Millimeter. Den Weißabgleich stelle ich für jeden Raum einzeln von Hand ein, damit Hauttöne unter blauem oder grünem Projektionslicht nicht ins Farbige kippen. An einzelnen Stationen ergänze ich ein schwaches eigenes Dauerlicht, das die Gesichter der Models leicht aufhellt, ohne die Stimmung der Projektion zu überstrahlen.

Bei einer größeren Besetzung wie bei Phoenix des Lumières plane ich rund vier Stunden für viele einzelne Szenen und Inszenierungsarten ein, von weiten Gruppenbildern bis zu Paar- und Einzelaufnahmen mitten in der Projektion. In dieser Zeit wechseln wir mehrfach den Raum, jedes Mal mit neuem Licht, neuer Farbe und neuer Positionierung der Models zueinander. Wichtig ist eine feste Reihenfolge der Szenen vorab, sonst reicht die Zeit an einem Abend nicht, um jede geplante Inszenierung tatsächlich umzusetzen.

Tethered-Shooting heißt, dass die Kamera per Kabel mit einem Laptop verbunden ist und jedes Bild Sekunden nach der Aufnahme groß auf dem Bildschirm erscheint. Beim Termin für Phoenix des Lumières konnte das Marketingteam so noch in der Halle live mitentscheiden, welche Inszenierung funktioniert, statt erst am nächsten Tag am Bildschirm zu urteilen. Weil die Auswahl größtenteils schon live getroffen wurde, sind am Ende unter fünfzig final bearbeitete Bilder entstanden, die ich dem Team bereits am folgenden Tag geliefert habe.

Ja, das Shooting für Phoenix des Lumières fand an einem Abend nach der offiziellen Schließung statt, vier Stunden lang stand uns die Phoenixhalle ohne Besucher allein zur Verfügung. Das ist bei Ausstellungen und Kulturveranstaltungen häufig die einzige Möglichkeit für ein Shooting mit mehreren Models, weil während der Öffnungszeiten sowohl der reguläre Betrieb als auch andere Gäste im Bild wären. Für Kulturbetriebe und Eventveranstalter plane ich solche Termine bewusst außerhalb der Öffnungszeiten ein, wenn sie ungestörte Aufnahmen benötigen.

Bild von Markus Mielek

Markus Mielek

Markus Mielek ist Diplom Foto-Designer und erfahrener Werbefotograf, der mit seinem Team bundesweit maßgeschneiderte Bildlösungen für Agenturen und Unternehmen realisiert. Mit über zwei Jahrzehnten Branchenerfahrung und einem klaren Fokus auf authentische People-, Werbe- und Businessfotografie schafft er visuelle Geschichten, die begeistern und wirken.
In seinem Fotografie-Blog erzählt er von seinen Aufträgen und über seine Sicht auf die Fotografie, gibt spannende Tipps für Kunden und Fotografen.

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