Fotograf für Fachveranstaltungen: mein Tag beim Werkstattgespräch Standort Welt in Dortmund

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Fotograf für Fachveranstaltungen: mein Tag beim Werkstattgespräch Standort Welt in Dortmund

Auslandsgesellschaft Dortmund, ein Nachmittag Mitte Juli. Rund vierzig Fachleute aus Kommunen, Unternehmen und Zivilgesellschaft sitzen im Halbkreis, vorne am Pult ordnet Johann Saathoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, noch seine Unterlagen. Ich bin an diesem Tag der einzige Fotograf im Raum, gebucht von der Engagement Global gGmbH aus Bonn für das Werkstattgespräch Standort Welt. Vier Stunden lang halte ich fest, was zwischen Rednerpult, Sitzreihen und Kaffeepause passiert.

Ein Werkstattgespräch ist keine Bühnenshow

Anders als bei einer Messe oder einer großen Konferenz gibt es hier keine Bühnenbeleuchtung und kein auf die Minute durchchoreografiertes Programm. Ein Werkstattgespräch lebt vom Gesprächsverlauf: Saathoff eröffnet mit dem Hinweis auf über 900 kommunale Partnerschaften zwischen deutschen und südlichen Städten, Dortmunds Bürgermeister Norbert Schilff schildert, wie die Stadt nach dem Verlust von 70.000 Arbeitsplätzen im Kohle- und Stahlbereich über vier Jahrzehnte 240.000 neue Stellen in Zukunftsbranchen aufgebaut hat, WILO-Direktor Gero Böhmer spricht über Wasser als globales Nachhaltigkeitsthema. Danach folgen vier Praxisbeispiele auf dem Podium, von der fairen Textilproduktion der Stadt Dortmund mit der Partnerstadt Kumasi in Ghana bis zu den Fachkräfteprogrammen von FABIDO. Für mich bedeutet das: zuhören, mitdenken und den richtigen Moment erkennen, bevor er vorbei ist, ohne dass ein Redner seinen Satz für ein Foto wiederholt.

Details und Drum-Herum zählen genauso wie das Podium

Ein reiner Bühnenschnitt aus Redner-Nahaufnahmen würde dem Tag nicht gerecht. Ich fotografiere deshalb bewusst auch das, was um die Diskussion herum passiert: Die kleinen Details am Rande, Logos in Verbindung mit den teilnehmenden Menschen, die konzentrierten Gesichter im Publikum während der Wortmeldungen, die Stimmung und auch die Konzentration – und zwischendurch die kleinen menschlichen Gesten, das Lachen, das konzentrierte Argumentieren. Technisch heißt das für mich meist Blende 1.8 mit perfekten Festbrennweiten, weil ich den Look liebe und eigentlich immer wo es nur geht bei Veranstaltungen auf den nervigen und lästigen Blitz verzichte. Das zuckende Licht, welches die Anwesenden aus der Konzentration reißt, vom wichtigen Teil des Tages ablenkt und die Aufmerksamkeit fälschlich auf mich zieht. Deswegen eigentlich immer ohne Blitz!

Networking danach ist ein eigenes Kapitel

Nach den offiziellen Redebeiträgen verlagert sich die Veranstaltung in den Flur und das Foyer, Kaffee und ein wunderbares Catering stehen bereit, Gesprächsgruppen bilden sich neu. Genau diese Phase liefert oft die stärksten Bilder, weil Menschen aus Kommunen, Unternehmen und Entwicklungsorganisationen hier offener miteinander reden als am Podium. Christian Diercks von der BVB Fußballakademie fasste den Kern des Tages später treffend zusammen, die Kunst sei es jetzt, das Interesse verschiedener Seiten tatsächlich zusammenzubringen. Für mich bedeutet dieser Teil des Tages: nah genug dran sein, um echte Gespräche einzufangen, aber weit genug weg, um niemanden aus dem Gespräch zu reißen. Diese Mischung aus Podium, Detail und Networking gehört für mich zur Eventfotografie für Institutionen genauso dazu wie bei einem klassischen Firmenevent.

Von den rund vierzig Fachleuten, die an diesem Vormittag in der Auslandsgesellschaft Dortmund zusammenkamen, bis zum offiziellen Nachbericht von SKEW, der mit meinen Bildern bebildert ist: Wer eine Fachveranstaltung, ein Werkstattgespräch oder einen Kongress mit einem einzigen verlässlichen Fotografen begleiten lassen will, sollte vor allem auf die Bereitschaft achten, sich auf den Ablauf des Tages einzulassen, statt ein starres Ablaufraster über jede Veranstaltung zu legen. Mehr über meine Arbeit als Fotograf für Unternehmen, Institutionen und Events erfährst du auf meiner Über-mich-Seite.

FAQ

FOTOGRAFIE

Nach Terminen wie dem Werkstattgespräch für Engagement Global werde ich oft gefragt, wie sich die Fotografie für Institutionen, Kommunen oder entwicklungspolitische Organisationen von einem klassischen Unternehmensauftrag unterscheidet. Die Fragen kommen meistens von Kommunikationsverantwortlichen bei Verbänden, Behörden oder gemeinnützigen Organisationen, die selbst überlegen, eine Fachveranstaltung, ein Werkstattgespräch oder einen Fachtag fotografisch begleiten zu lassen. Deshalb beantworte ich dir hier die Fragen, die mir zu diesem Format am häufigsten gestellt werden, von der Auftragsart über den Ablauf bis zur Lieferzeit der fertigen Bilder. Ob du selbst eine Veranstaltung planst oder nur wissen willst, wie so ein Tag für mich als Fotograf abläuft: Hier bekommst du konkrete Antworten aus einem aktuellen Projekt zwischen Podium, Detail und Networking.

Fotografierst du auch für Institutionen, Kommunen oder Verbände, nicht nur für Unternehmen?

Ja, neben Unternehmensaufträgen fotografiere ich regelmäßig für Institutionen, Kommunen und entwicklungspolitische Organisationen, zuletzt für die Engagement Global gGmbH aus Bonn beim Werkstattgespräch Standort Welt in der Auslandsgesellschaft Dortmund mit rund vierzig Fachleuten aus Kommunen, Unternehmen und Zivilgesellschaft. Der fotografische Anspruch bleibt dabei gleich: Menschen, Diskussion und Atmosphäre so einzufangen, dass sie später in einem Nachbericht oder auf einer Webseite tragen. Nur die Themen und der Umgangston vor Ort unterscheiden sich von einem reinen Unternehmensevent.

Bei einer Podiumsdiskussion oder einem Fachtag bin ich meist drei bis vier Stunden durchgehend im Raum, wechsle die Position häufig und fotografiere überwiegend wegen des Looks mit offenblendigen Festbrennweiten. Beim Werkstattgespräch in Dortmund habe ich in diesen vier Stunden das Podium, die Reaktionen im Publikum und die Details der Tagungsunterlagen dokumentiert, ohne mit Blitz oder lauten Kamerageräuschen die Diskussion zu stören.

Nach einer Tagesveranstaltung mit Diskussion, Rahmenprogramm und Networking liefere ich in der Regel deutlich mehr als hundert bearbeitete Bilder, beim Werkstattgespräch für Engagement Global waren es rund einhundertzwanzig Aufnahmen aus vier Stunden vor Ort. Darin enthalten sind Übersichtsaufnahmen des Podiums, Portraits einzelner Sprecher, Detailbilder aus dem Tagungsraum und Momente aus dem anschließenden Networking im Foyer.

Bei zeitkritischen Terminen wie einem Werkstattgespräch oder einer Fachveranstaltung, bei denen der Auftraggeber schnell einen Nachbericht veröffentlichen möchte, liefere ich die fertig bearbeiteten Bilder meist bis zum nächsten Morgen. Beim Termin für Engagement Global lag die komplette Auswahl inklusive Bearbeitung am Folgetag vor, sodass der offizielle Nachbericht zeitnah mit den Bildern erscheinen konnte.

Beim Networking nach einer Fachveranstaltung entstehen erfahrungsgemäß die persönlichsten Bilder des Tages, weil Menschen aus unterschiedlichen Organisationen dort offener miteinander reden als am Podium. Wichtig ist mir dabei, nah genug an den Gesprächsgruppen zu sein, um echte Reaktionen einzufangen, aber genug Abstand zu halten, um niemanden aus dem Gespräch zu reißen. Meist braucht es dafür ein bis zwei Stunden vor Ort, in denen ich mich frei zwischen den Gruppen im Foyer bewege.

Bild von Markus Mielek

Markus Mielek

Markus Mielek ist Diplom Foto-Designer und erfahrener Werbefotograf, der mit seinem Team bundesweit maßgeschneiderte Bildlösungen für Agenturen und Unternehmen realisiert. Mit über zwei Jahrzehnten Branchenerfahrung und einem klaren Fokus auf authentische People-, Werbe- und Businessfotografie schafft er visuelle Geschichten, die begeistern und wirken.
In seinem Fotografie-Blog erzählt er von seinen Aufträgen und über seine Sicht auf die Fotografie, gibt spannende Tipps für Kunden und Fotografen.

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